Montag, 10. Dezember 2007

Nichts ganz für sich - EIN TOTENTANZ - 2. Akt

II
Dörte betritt die Szene. Sie hat ein Loch im Bauch, durch das man hindurchschauen kann.
Dörte:
Guten Tag auch. Entschuldige, wenn ich deinen Vortrag störe. Gehörst du noch zum Krankenhaus? Psychiatrie, oder so?
Stefanie:
Nein, wieso?
Dörte:
Du redest die ganze Zeit von Nichts.
Stefanie:
Sieh dich um. Wo sind wir? Sieh in deine Mitte. Was ist da? Nichts!
Dörte:
Mag sein, nur musst du die ganze Zeit davon reden?
Stefanie:
Um dem Ort gerecht zu werden. So viel wird nie mehr durch mich fliessen.
Dörte:
So entleert man Schildkröten. Eine Art Badeklo.
Stefanie:
Das gab es nicht nur für Schildkröten. Auch vom subaqualen Darmbad hat mir mein Mann erzählt. Seit wann hörst du zu?
Dörte:
Kurz oder lang, ich kann es nicht sagen, das ging immer so hin und her. Und laut. Mal war es deine leise Stimme, dann kreischte wieder eine Flex durch Stahl. Die haben sich sehr bemüht. Der Lärm der Retter nahm nur langsam ab.
Aber lass Dich nicht stören. Rede nur weiter, ich bin sowieso gleich weg. Was ist das hier? Ein Zwischenlager? Oder Warteraum? Oder das Vorzimmer zum jüngsten Gericht? Oh Gott!
Stefanie:
Hast du Angst?
Dörte:
Ich glaube schon.
Stefanie:
Mach dir keine Sorgen. Hier kann man nur noch wissen, und so wird sich auch deine Angst verlieren. Du brauchst den Glauben nicht mehr, er hat sich erfüllt.
Dörte:
Wie erfüllt?
Stefanie:
Na viel mehr wird nicht passieren. Das ist hier ist alles! Alles und nichts sozusagen. Die Rendite der Kirchensteuer ist dürftig, jetzt am Zahltag.
Dörte:
Quatsch, Zahltag. Ausserdem bin ich ausgetreten. Erzogen bin ich zwar katholisch, aber es ist doch gleichgültig, wie man das Nirwana nennt. Mir ist egal wo ich bin, denn ich bin aufgehoben. Du hast Recht, selbst das jüngste Gericht war nur eine Erinnerung. Wie ein Blitz. Wir werden hier nicht bleiben, doch es wird auch nicht weitergehen. Ich weiss schon, wo ich bin. Ich warte noch auf meinen Mann, wir haben noch was zu bereden.
Stefanie:
Kommt der auch?
Dörte:
Ganz sicher, ich frage mich nur, wo er bleibt. Es ist wie immer, immer hat er noch einen Termin oder trifft jemand Wichtigen. Die beste Investition sind zwei Gläser Wein, hat er immer gesagt. Weißt du, er handelte mit Textilien und war gut im Geschäft. Und trank genügend Wein und häufig mit den Richtigen. Dazu zähle ich mich auch. Wie ein vollgesogener Wischlappen fiel er abends auf die Couch, gefüllt vom Tag und halb besoffen vom Wein und seinem eigenen Gelaber. Ich habe ihn dann ausgewrungen.
Stefanie:
Wieso bist du so sicher, dass er auch kommt? Erinnerst du dich etwa?
Dörte:
Mein letztes Stäubchen trägt diesen Augenblick noch in sich. Er hat uns an den Baum gefahren. Nein, das ist keine Erinnerung, das ist ein Loch da wo mal mein Bauch war und das wird Bestand haben, auch wenn sonst nichts mehr von mir ist. Ich sah uns beide von oben. Er lag auf dem Feld und ich war scheusslich eingeklemmt zwischen Sitz und Baum, in mir den Motor seines Autos. Über mich haben sie bald eine Plane geworfen, aber um ihn rangelten sie noch lange.
Stefanie:
Vielleicht kommt er nicht.
Dörte:
Ich bin mir ganz sicher, denn er war neben mir, bis sie ihn in den Wagen luden. Wie ein Nebelschatten war er um mich. Nein ganz sicher, er kommt noch. Typisch mein Mann, der geht nicht einfach so tot, der macht noch einen Umweg. Das Geld liegt auf der Strasse, doch meist auf den Umwegen. Auch einer seiner Sprüche.
Stefanie:
War er betrunken?
Dörte:
Völlig nüchtern, das ist ja das Elend. Wie gesagt, wir haben einiges zu besprechen. Er wird bald kommen.
Stefanie:
Zum Glück gibt es hier keine Hoffnung, denn die müsste ich dir rauben. Oder kannst du mir sagen, wie lange du schon hier bist?
Dörte:
Seit…Nein das geht nicht. Keine Ahnung.
Stefanie:
Und wann bist du gestorben?
Dörte:
Gestern. Heute! Morgen?
Stefanie:
Siehst du, es gibt so wenig Zeit, wie das ein Raum ist. Ich war schon vor dir hier und kann durchaus nach dir gestorben sein. Verstehst du? Warte besser nicht auf ihn.
Dörte:
Das fang ich jetzt auch nicht mehr an. Ich hatte ein Leben lang genug zu tun und keine Zeit auf ihn zu warten. Oder es zu bemerken. Nein, ich warte nicht auf ihn, aber er kommt.
Stefanie:
Und woher?
Dörte:
Er war bei mir, seit er verrenkt da unten auf dem Acker lag. Seitdem weiss ich es. Erst mit den Sirenen verschwand er und ich sah zu, wie sie mich heraus schweissten. Und dann war da das Licht hinter mir. Wie ein ferner Schneesturm am Himmel. Es zog mich einfach in sich. Lange flog ich durch steinerne Wolkenbänke, bis ich die Ruhe hörte. Dazwischen das Fluchen der Feuerwehrmänner. Dann war ich plötzlich hier in deiner beredten Stille. Und alles war vergangen. Gleichgültig schaue ich auf mein Gelebtes zurück, als sei es fremd. Das wohl ist der Sinn des Unortes hier oder der Unsinn dieses Ortes. Nur eines weiss ich noch ganz sicher: Ich werde mit ihm sprechen, bevor wir beide alles werden. Wo wenn nicht hier, denn weiter geht es nicht.
Stefanie:
Magst du Tee?
Dörte:
Was für welchen?
Stefanie:
Jasminblüten.
Dörte:
Nein danke. Den konnte ich um den Tod nicht ausstehen. Dabei bleibe ich, auch wenn es jetzt egal ist. Ich kannte jemanden, bei dem roch die ganze Wohnung danach. Sekt war schon im Leben ein besonders sinnloses Getränk, das würde besser passen. Kellner! Eine Flasche Sekt für die Damen!
Stefanie:
Der jüngste Gerichtsdiener bringt den Aperitif. Ich möchte dein Gesicht nicht sehen, führte jemand die Bestellung aus.
Du würdest sterben vor Angst, wärst du nicht schon tot.
Dörte:
Wahrscheinlich. Komisch, wir bleiben wer wir waren, auch wenn wir nicht mehr sind. Du hast mich voll erwischt. Sektlaune und Kirchenbank, das waren meine Pole. Dann lass ich es, den Tee will ich auf keinen Fall. Man muss ja auch nichts trinken. Im Leben war das anders. Manchmal, wenn die Kleine weg war, sind wir richtig miteinander abgestürzt. Nur bei mir kann er völlig gelöst und frei betrunken sein, hat er immer gesagt. Und bei ihm lernte ich, mir nach getaner Arbeit auch mal richtig einen zu gönnen. Das war bei meinen Eltern anders. Da wurde nach getaner Arbeit an die zu tuende gedacht. Ich aber stand verkatert im Geschäft und verkroch mich mittags vorm Altar statt zu essen.
Er mochte dicke Frauen nicht.
Stefanie:
Habt ihr es nur betrunken miteinander ausgehalten?
Dörte:
Durchaus nicht, aber wir hatten dieselbe Art, den Tag ausklingen zu lassen. Das traf sich halt. Sonst haben wir uns ja kaum gesehen. Er immer unterwegs, ich im Laden. Oft blieb er auch weg, doch nie länger als zwei Nächte.
Stefanie:
Das kannte ich auch. Mein Mann ist Arzt.
Dörte:
Wenn meiner da war, dann sehr präsent. Präsent für mich, was mich ehrte.
Aber ich genoss die Abende allein, ging aus oder pflegte den Bekanntenkreis am Telefon, schrieb Briefe, badete, salbte mich.
Stefanie:
Für ihn.
Dörte:
Für mich! Ich war gut zu mir. Schliesslich tat ich meinen Teil zum Leben dazu und hatte mir auch was verdient. Mich selbst für Abende. Sonst war doch alles verwoben mit ihm. Versteh mich nicht falsch, das wollte ich so. Aber kleine Auszeiten waren mir immer willkommen.
Stefanie:
Auszeit. Schönes Wort. Die Zeit in der es aus ist. Mir hätten da Abende nicht gereicht. Einmal erzählte ich meinem Mann beiläufig von der berühmten Freundin, die in eine Auszeit mit ihrem Mann gegangen war. Er spielte dann lange an seiner Zigarre, so eine grosse, die sie rauchen, weil sie im Golfjournal ihres Chefarztes beworben werden. „Da kann man sich gleich scheiden lassen.“, hat er nur gemeint und schon mal Riesenwolken in die Luft gepafft. Aus ist aus.
Dörte:
Liesst ihr euch scheiden?
Stefanie:
Dazu kam es nicht mehr. Ich hatte nicht soviel Glück wie du.
Dörte:
Glück hatte ich, wir haben uns geliebt.
Stefanie:
Bis an den Baum?
Dörte:
Bis an den Baum. Vom ersten bis zum letzten Hemd.
Ganz am Anfang landeten wir beide ziemlich betrunken nach der Disko bei mir und er erzählte mir zum ersten Mal von den fünftausend T-Shirts, die er, weiss der Zoll woher, kaufen könnte. Er war sich wohl nicht ganz sicher und fragte ausgerechnet mich um Rat. Da waren wir achtzehn. Ich wollte sofort einen Laden aufmachen und die verhökern. Alle fünftausend, jedes einzelne für ihn verkaufen. Sieben Jahre sassen wir auf den Teilen, waren aber ein glückliches Paar. Dann fiel zum Glück die Mauer und er liess einfach „Deutschland“ drauf drucken. Wir verkauften alle, in sechs Wochen. Später kam ich dann auch zu meinem Laden. Er wurde ein richtig guter Händler. Und wir blieben wie selbstverständlich zusammen, er handelte und ich machte die Bücher. Er war gut. Dann bauten wir das grosse Haus für unsere Tochter und ich blieb daheim. Er wurde immer besser und mir gefiel nicht, dass er für alles sorgte und ich für das Haus. Wir redeten darüber und er gab mir Startkapital für den Laden. Eine feine Boutique auf dem Land, sehr selten und etwas sinnlos. Aber Irgendwann hatte sich auch in der Stadt herumgesprochen, welch selten schönen Stücke bei mir recht preiswert hingen. Viele davon schleppte er autoweise von seinen Reisen zu mir. Händler durch und durch hatte er manchmal mehr Feuer für den Laden als ich. Ein Viertel der Einkünfte kam von mir und wir waren stolz auf mich.
Stefanie:
Beneiden würde ich dich, hätte ich noch einen Willen.
Dörte:
Es war anstrengend, denn der Antrieb war er. Ich hätte auch ruhiger gekonnt, wollte aber mithalten. Um Geld ging es nicht. Er war besessen vom Handeln und nur darum so gut. Trotz der ewig schlechten Zeiten. Wenn wenig gekauft wird, ist die gute Ware billig. Und gute Ware verkauft man immer. Sagte er und auch mein Laden brummte. Beide waren wir immer beschäftigt. Ein erfülltes Leben.
Stefanie:
Ein gefülltes Leben.
Dörte:
Angefüllt und geschäftig, ja. Man soll doch leben was man ist. Oder? Wir hatten keine Zeit für Weltschmerz, aber für Arbeit und Spass. Nenn es wie du willst. Was hast denn du gemacht?
Stefanie:
Ich war Archäologin, also ich habe das studiert. Dann führte ich den Haushalt eines Chirurgen und erzog seine Kinder. Mein Laden war die Doktorarbeit, aber er hat nie aufgemacht. Ich hätte reisen müssen und nicht immer umziehen. Alle Jahre rief mich mein Doktorvater an und lud mich zu Grabungen ein. Im Moment völlig unmöglich, sagte mein Mann zehn Jahre lang. Wenn ich die ordentliche Professur habe, bist du dran, hat er mir später versprochen.

Dörte:
Und?
Stefanie:
Er wird nie Professor.
Dörte:
Nie?
Stefanie:
Nie. Das weiss ich so sicher, wie du noch mal mit deinem Mann sprechen wirst. Du sahst euch von eurem Auto zermalmt, sahst das eine Mal im Leben in die Zukunft. So ging es mir ständig. Ich sah mich tot und war schon lange nicht mehr bei den Lebenden.
Dörte:
Und ein Arzt hätte dir nicht helfen können?
Stefanie:
Mit Sicherheit nicht. Einer davon hat mir gereicht.
Dörte:
Wie bist du gestorben?
Stefanie:
Auf meinem Weg.
Dörte:
Ich auch, zurück von der Schwiegermutter nach Hause. Wohin führte deiner?
Stefanie:
Auch nach Hause.
Dörte:
Weißt du nicht, wie du starbst?
Stefanie:
Ich weiss warum. Da waren Gespräche, Telefonate und diese Zeitung mit der Schlagzeile vom Ikarus. Dann hielt mich mein Vater. Er stand da im flachen Flussbett und fing mich in seinen Armen auf. Sonst wäre ich zerschellt. Ich war gefallen und Vater hat mich aufgehalten. Loslassen hatten sie gesagt, du musst einfach loslassen. Das tat ich.
Der Fall war schön, ich landete bei Papa.
Dörte:
Mehr weißt du nicht?
Stefanie:
Nein, weil ich schon lange vorher tot war. Das war nur ein Affekt, den habe ich vergessen.
Dörte:
Du hast dich umgebracht.
Stefanie:
Ja, zehn Jahre vorher, als ich die erste Grabung absagte.
Dörte:
Weißt du es wirklich nicht?
Stefanie:
Nein. Es ist auch völlig gleichgültig.
Dörte:
Das stimmt. Wie man hier her kommt ist egal. Aber früher hätte ich dich sehr abgelehnt. Das Leben war viel zu schön, um es wegzuwerfen.
Stefanie:
Eben.
Dörte:
Ich war ein Unfall. Das ist wenigstens sinnlos.
Stefanie:
Ich war auch ein Unfall und ebenfalls sinnlos. Er passierte, weil mein Vater vergessen hatte, mir zu zeigen, wie man aus alten Steinen neue Brücken baut und nicht von ihnen springt. Er starb einfach. Ich wusste nur, wie man gegen den Wind geht. Er selbst war der Sturm, der mich in sein Grab riss. Die Liebe zu meinem Mann war nur eine Wiedergeburt auf Zeit für mich, die Hochzeit schon ihr windstilles Ende. Mir zuzuhören hat ihn nur zwei Jahre lang gefesselt. Zum Schluss hat es ihn genervt und ich habe geschwiegen. Dummerweise liebte ich ihn immer noch, diesen energischen Jungen, dessen Ziele schneller näher kamen, als er sie fokussieren konnte. So waren seine Siege gross und ungenau. Ich bewunderte den Weg, auf dem er mich zurückliess. Sicher hätte ich um meine Doktorarbeit kämpfen können, aber ich stand stumm und gelähmt wieder an einem Grab. Hinter mir donnerten die Einschläge seiner Kämpfe. Da merkte ich, dass ich nicht sterben konnte, denn ich war schon tot. Eigentlich ging es von da an leichter. Meine Kinder und Dämonen reichten mir.
Dörte:
Verzeih, aber in deinem Fall erlaube ich mir die Frage, was wird aus deinen Kindern?
Stefanie:
Erst als mir das egal war, war ich wirklich tot. Es sind auch seine.

Dörte:
Das hätte ich dir im Leben übel genommen.
Stefanie:
Ich mir auch.

Mittwoch, 29. August 2007

Nichts ganz für sich - EIN TOTENTANZ - 1. Akt

IM ZWISCHENREICH
IN
KEINER ZEIT

I

Stefanie trägt eine gefüllte, undurchsichtige Plastiktüte in der Hand.

Stefanie:

Ruhig ist das Licht.
Still wie ein fahler Wintermorgen höre ich die Schneekristalle tanzen, die die Welt zum Schweigen bringen und ihre Formen decken. Sie leuchten und sind heller als die Wolken, denen sie taumelnd fliehen, bilden einen dichten Vorhang der ständig vor uns fällt, ohne das irgendwas aufhört. Es fängt auch nichts an. Finden wir eigentlich alles schön, was wir nicht zählen können?
Wenn der Schneeschauer die Menschheit ist, dann bin ich die Flocke auf meiner Hand. Ich schmelze hin in dieses Nichts, das kein Stück mehr als Nichts ist.
Warum erscheint ich mir als Schneegestöber?
Hier gibt es weder Wasser noch Wind noch Landschaften, die im Weiss untergehen könnten. Hier dämpft das Prinzip, das auch Schnee möglich macht. Der sich auf mich legte, war so wenig frei, wie was er bedeckte. Seine Flocken schienen nur schwerelos, täuschten Freiheit vor und tanzten, bevor sie wie Geschosse in mich schlugen. Es war die Welt, auf deren Boden sie ihren Tanz beendeten, pappten, stauchten, Schichten bildeten, Eis, Sedimente und Lawinen. Ihr Tanz der Leichtigkeit rollte tonnenschwer über mich und nahm mir Licht und Luft. Hier tanze ich in meiner Hand. Kein Schmelzen. Kein Enden. Was wird aus mir?

Der Raum hat keine Wände, er ist Wand. Das Land hat keine Grenzen, kein Ende für den Blick in einem Horizont, denn das hier ist der Horizont, der Sehnsuchtsstrich, Treffpunkt der Dimensionen, die Grenze zu etwas, die Freiheit davon.
Im Leben geht es nach ihm weiter. Das ist das Ende, ohne ein danach. Hier bin ich auf dem Strich. Hinterm Horizont geht es weiter, doch auf ihm?
Nichts wird aus mir, denn ich bin weniger als ein paar feste Wassermoleküle. Tanz ist Kampf gegen Gravitation, der selbst für Schneeflocken verloren geht.
Doch hier schlagen sie keine Krater mehr in mich.
Hier haben Wunden keine Ursachen.

Wo bin ich? Komme ich am Ende an? Reise ich vom Anfang ab? Gehe ich durch? Ist das ein Ort oder schon keiner mehr? Sphärengrenze? Umsteigpunkt? Verkehrskreuz?
Scheideweg? Wo geht es hin? Die Enden liegen hinter mir, ich brauch kein Ziel.
Nicht mehr und darum bin ich hier. Ich brauch auch keinen Ort, da trifft man Menschen. Die sind so wenig gut für mich, wie ich für sie. Das weiche Nichts gefällt mir besser, es ist wie ich. Nur du, mein schweres Herz, was wird mit dir?
Wo ich dich nahm gab es zumindest ein Regal für dich und eine Ordnung, da hatten Herzen ihren Platz. Hier ist kein Platz und doch gehörst du her. Sei froh, dass du nicht stehen bliebst, so stehen geblieben, in dem Regal.
„Was wird aus mir?“ schienst du gleich mir zu schreien, aus deinem Glas. Eingelegt und beschriftet. Wartend. Worauf nur? Auf mich?
Ach Herz, du schmeichelst mir.
Es ist kein Oben und kein Unten hier.
Stellt den Beutel ab.
Egal wo du an keinem Ort bist.

Hörst du? Ohrenbetäubend diese Ruhe. Hätte ich um die gewusst, wäre ich eher gekommen. Die Bergung war sehr aufwändig, das hallt noch in den Zellen nach. Wie sie sich die Kommandos zuriefen, was sie unternahmen, wie sie zugriffen, immer wieder eingriffen in mich, mich halten wollten, die ich doch längst auf dem Weg war, mein Blut im Bach davon lief. Das war deren Kampf, mich bei ihnen zu halten, nicht meiner. Sie merkten nicht, dass sie mit meiner Vergangenheit spielten, ich schneite hier schon in meine eigene Hand, als sie sich meine Werte sagten. Es ist ihr Beruf, später als es vorbei ist, zu bemerken, dass es vorbei ist. Sie sagen sich Zahlen, neutral und unaufgeregt, doch in ihren Augen steht, was schon mit mir passiert ist. Das zu ignorieren ist ihr Job. Mein Rest nur Druckwerte, Sättigungen, Stromkurven.
Hier habe ich endlich Ruhe vor ihrem lauten Bemühen. Hier hat niemand keinem irgendwas zu sagen, ausser sich selbst. Die Ruhe scheint ewig, mich hört ja auch niemand. Ausser du, mein Herz, wegen dem ich ja da zu sein scheine.

Ist es ein Gefühl, oder nur noch die Erinnerung daran, wenn ich mir wie auf dem S-Bahnkreuz im Winter vorkomme? Von Irgendwoher kommend, in einem blinden Fleck der Stadt sitzend, einem Nervenkreuz doch blind, aufgehoben im Schneeregen, der, sich aufschmelzend, die kalten Schwellen trifft. Für einen Moment bei mir, frierend im Windzug wahrer, als ich dort sein werde, wohin ich fahre. Wo mich eine Kanne Tee, frisches Brot und gierige Augen erwarten. Für Minuten auf der glatten Treppe zwischen den Bahnsteigen und am klirrenden Gleis bin ich frei. Frei von jeder Erwartung. Frei von eigener und fremder Erwartung gehöre ich mir. Hoffnungslos mir.
Der Abend wird schön werden, heimelig die trockene Wärme der verfallenden Neubauwohnung, die er billig gemietet hat. Bei einem Eintopf werden wir auf hundert andere Küchenlichter blicken und aufgehoben sein in fremder Gemütlichkeit. Die werden wir bis ins Bett kopieren, erst dort werde ich für einen Moment Wahrheit wieder frei von allem sein, frei von fremder Wärme, die mich nichts angeht, weil ich kalt und weit bin, wenn ich mir selbst folge. Seine Gier in mir werde ich alles vergessen, vor allem ihn und jede Hoffnung.
In diesen Nächten vor fünfzehn Jahren traf ich meinen Tod schon.
Darum wohl fuhr ich immer wieder hin. Damals beim Studium.
Glaub mir, Herzchen.

Später an dem Ort, an dem es viele Kreuze doch keine S-Bahn gab, wo wir selbst Gemütlichkeit aus einem Haus strahlten, liess ich den Wagen oft in der Garage stehen, besonders im Herbst. Ich mochte es, an dunklen Spätnachmittagen in einem Buswartehäuschen zu sitzen und den Eilenden zuzusehen. Den Fremden in ihrer kleinen Stadt, die unter die tief hängenden Küchenlampen, vor die Fernseher und in die Betten strebten. Bus für Bus liess ich davon fahren und mir war wohler als Ihnen, da ich für diese Momente nirgendwohin wollte und Heimat in mir hatte.
Wie auf einer Berghütte. Aus der Welt für eine Nacht, es gibt nur Bleiben sobald es dunkel wird. Bald schliesst sich das Tal und du bekommst eine Ahnung von Einsamkeit, dem harten Genuss. Trostlos und erlösend in einem ist sie. Herzchen, du weißt wovon ich spreche.

Auch hier schliesst sich ein Raum, der nicht ist um mich. Erinnert er mich an Gefühle? Wozu? Wozu mein Herz? Wozu bildet er S-Bahnkreuze, Bushaltestellen und Berghütten? Warum fallen mir die Winternächte mit ihm im Neubaugebiet ein? Wieso gerade die, die ich doch schon vergessen hatte? Muss ich denn wissen, was ich lasse? Du weißt das doch auch nicht. Kam ich nicht her, weil ich keine Gefühle mehr wollte? Es tut nichts weh, wenn man die Brüstung hinter sich gelassen hat. Du musst loslassen, haben sie gesagt. Lass alles hinter dir.

Hinter mir? Wo soll das sein? Hier gibt es keine Richtung mehr, es kann auch alles vor mir liegen. Nein, das kann es nicht, nichts kann mehr vor mir sein, als das was hinter mir war. Und genau da wollte ich hin, Nichts im Nichts werden. Vielleicht vergisst man im dunklen Schneewolkenweiss, was man hinter sich hatte. Ich bin nicht mehr die, die ich mal war und werde auch nichts Neues mehr. Ich bin gestoppt. Ein für alle mal, zum Glück. Das ist der eine Moment, in dem ich sehe, wie wenig ich war, wie wenig wahr ich war.
Für diese Welt hätte es gereicht, nicht aber für mich.

Ich erinnere, was ich fühlte, damals als es noch ein Gestern gab. Erst zum Schluss spürte ich nichts mehr. Im Nichts zu sein war immer mein Wunsch. Im Nichts zu leben, die Hölle der Tage. Turbulent mit den Kindern, die alles retten, erst abends diese abwesende Temperatur des Mannes, dessen Gier nach mir mich mal von mir befreite und den ich dafür liebte; der jetzt fern neben mir sitzt und dann wie tot ins Bett, wieder neben diesen Mann, der Tabletten nimmt, um ausreichend Schlaf für sein Tagwerk zu bekommen. Das besteht aus Konzentration und Heldenmut. Wie schön für ihn. Erst in den Träumen kann ich sterben. Ungeheuer reissen mich immer wieder aus den Armen meiner Kinder um mich mit sich zu nehmen. Dahin, wo ich jetzt bin.
Endlich. Endgültig. Endlich endgültig.

Die Nächte waren ein Grauen, aber sie waren mir. Hier ist alles aus solcher Nacht und hell wie nie ein Tag sein kann.
Vor dem Spiegel stand ich, unter dem riesigen Fenster, das er ins Dach überm Bad hatte schneiden lassen und sah morgens der Frau aus meinen Träumen nach. Sie verwandelte sich zu einem Mädchen, zu mir, bevor sie ganz verschwand. Im Spiegel blieb, was ich am meisten hasse, mein schönes Gesicht. Zerschnitten sah ich mich davon gehen und lachte mir nach, denn das Gejohle der Kinder drang endlich durch die Türen. Sie holten mich in ihren Trubel, den nur ein Teil von mir genoss. Der andere steckte im Spiegel. Das Mädchen, das ich selbst gewesen war. Die kleine Marschiererin.

So nannte mich mein Vater. „Die kleine Marschiererin“. Der Herr Professor plante gern und schlecht, besonders im Urlaub. Die Gegenwart war nicht sein Grabungsfeld. Kein Ausflug ohne Havarie, Irrweg, Panne oder ein verpasstes Schiff. Am Ende einer unserer Runden an die Steilküsten der Insel, auf deren Felsen er ausgiebig ihre Geschichte referiert hatte, war der letzte Bus im Dorf davon und Dunkelheit raste von Land heran. Bedrohliches nahte am Himmel, Wolken so fett und schwarz wie ich sie noch nie gesehen hatte. Mutter bestand auf ein Taxi, das nur auf uns zu warten schien. Vater gab ihr sein Geld und schlug den Fussweg in die Ebene ein. An ihrer Hand beobachtete ich die Szene. Noch nie hatte ich meine Mutter ausser sich erlebt und schreien hören. Hier schimpfte sie mit überschlagender Stimme auf offener Strasse, nannte ihn verbohrt und Esel, ein unverantwortliches Arschloch, tobte im Staub vor ihm, zur Freude der Sarden, die vor der Bar auf den Regen warteten.

Seitdem liebe ich Inseln, da brüllen sich Erwachsene in der Sprache an, die sie mitbringen.

Er sagte nicht viel, doch wie er meine Mutter ansah, zog mich zu meinem Vater. Ich riss mich von ihr los und floh zu seinen traurigen Augen. Dann gingen wir in das Unwetter. Im Taxi erlebt man nichts, sagte er nur und erklärte mir auf dem Weg durch den Wolkenbruch, wie die Berge entstanden waren, die hier die Wolken zwangen, sich zu entleeren. Sediment war sein Lieblingswort, wie Schichten auch. Das gab er mir mit, die Sehnsucht nach den Gründen unter dem Grund. Den Sturm wollte er mir auch noch erklären, dann musste er mich halten und uns beide gegen den Wind vom Land stemmen. Zum Schluss beschwörten wir uns singend: „Der Sturm der ist ein blöder Wicht, doch kennt er unseren Willen nicht!“ und kamen nass, durchgefroren und überglücklich im Ferienhaus an. Die Sturmnacht wurde das Erlebnis meiner Kindheit. Von da an war Mutter eine grosse Freundin, die ich gefährlich nötig hatte.

Doch er, mein Vater, war der Mann, der mit mir durch den Sturm ging. Einfach so, weil es Spass macht. Er gab mir Bücher und zeigte mir Steine, tausende Steine. Bau dir deine Brücken daraus selbst, sagte er, ich kann dir nur ab und an einen Trick verraten. Fünf war ich im Sturm und neunzehn, als er abends vom Tisch fiel. Der Herr Professor hörte Volksmusik, löffelte Suppe und lästerte über die Uni. Dann lag sein Kopf auf dem Teller. Nachts kam meine Mutter allein aus dem Spital zurück, ihr Blick machte mir Angst.
Er war einfach gestorben. Und der Sturm fing gerade erst an. Am Tag nach der Beerdigung schickte ich die Bewerbung für das Archäologiestudium ab. Sein Beruf war, zu suchen und zu verstehen was er fand. Aber das Mysterium blieben die Schichten. Gemeinsam hatten wir Abende lang am Ofen gesessen und uns ausgemalt, wie viele Füsse in wie vielen Zeiten die Scherbe festgetreten haben mochten. Zu dem was er tags katalogisierte, erfand er am Kamin mit mir die Leben. Einmal schenkte er mir ein Stück Lederriemen. Der lag drei Schichten und fünfhundert Jahre über den Münzen, sagte er. Dann liessen wir den Jungen noch mal durch die Strassen der Hafenstadt rennen, bis die Sandale kaputt war. Ein Leben zu erfinden, habe ich bei ihm gelernt, die Kraft dazu von ihm geerbt. Mutter liess ich allein und ging in die Stadt mit den S-Bahnkreuzen studieren. Mein Leben sollte in die Sedimente führen, wie seines, das in einem Teller Suppe geendet hatte. Vater hatte noch gesagt: Und geh nie mit Medizinern aus! Hätte ich auf ihn gehört, wäre alles anders gekommen. Oder auch nicht. Darum bin ich hier. Ich bin mein Unglück.

Schade, das Lachen meiner Kinder hätte gut zu dem in den Sturm fliehenden Mädchen gepasst. Die hätten sich gut verstanden, aber ich blieb morgens im Spiegel und wurde ihre Mutter. Die Kinder retteten die Tage, die Hülle hatte einen Sinn. Und bekam Risse, wenn eine Nachbarin auf dem Rückweg von der Spielgruppe sagt: „Na wenigstens sind wir Mutter gewesen.“
Die Lichter des Wagens zogen mich magisch an. Ich wäre zwischen sie gesprungen, hätte ich nicht meine Tochter an der Hand gehabt. Sie hielt mich, während ich zweifelte, ob Mutter sein zum leben reicht.
Aus dem Glas des Badspiegels bestand die Hülle meiner Freundlichkeit. Aufgedampft auf meine Unebenheit warf das Quecksilber Zerrbilder, die das Wünschen meines Gegenüber gekonnt reflektierten.

Mein berühmtes Lächeln hinterliess schon Sedimente im Gesicht.

Lüg so wenig wie möglich, hatte Vater mir geraten, doch nicht gesagt, wie man das macht. Wie soll ich nicht lügen, Vater, wenn die Wahrheit morgens im Bad bleibt?
Und immer wieder Risse. Ich schiebe den Einkaufswagen durch den Supermarkt, die Kinder unruhig dabei. Und immer wieder Spiegel. Schräg hängen sie und lassen mehr Gemüse sehen als da wirklich liegt, lassen nur Gemüse sehen. In ihnen, ganz unerwartet, ein schwarzer Spalt für einen Blitz von Moment. Zwischen bunten Paprika reisst die Welt auf und ich sehe mich in Tiefen fallen, ins Nichts stürzen, beschossen mit geputztem Gemüse. Die Kinder schubsen rum, ich geifere sie an, greife mir ein Netz Kartoffeln, das reisst, noch ehe es im Wagen liegt. Gelächter, die Kinder johlen, eine helfende Hand.

Mir reisst das Netz!

Ich erstarre und bin für Momente wo ich jetzt bin, doch muss weiterleben und breche erst daheim zusammen. Erst als die Kinder abgefüttert, durchgeschmust und ins Bett gebracht sind, erlaube ich mir, mich ins Wohnzimmer auf den Boden zu legen und langsam zu erstarren. Mein Mann kommt diese Nacht nicht heim und ich erwache zitternd auf dem Teppich. Lange dauert, ehe ich fasse wo ich bin. Und lange, bis ich begreife, zu leben. Ich habe mich nicht gefreut. Habe die Treppe hoch zu den Kindern gesehen und mich nicht gefreut. Den Rest der Nacht lag ich mit einem gelben Mond in meinem Zimmer.
Vater besprach alles mit dem. Und ich alles mit Vater.

Herzchen, ich langweile dich! Schliesslich spricht das Nichts aus mir. Entschuldige das bitte. Um endlich wieder im Sturm zu sein, musste ich hierher kommen.
„Wir schaffen es! Wir schaffen es!“ sangen wir im Sturm. Pah! So hast du es wahrscheinlich nicht gemeint, Vater. Die Stürme des Lebens sind was für Schlager. Ich werde dich bald treffen, ich weiss.

Eine Tasse Tee erscheit.

Was ist denn das? Eine Tasse Tee. Na die sind lustig. Wozu gibt es hier Tee? Sieh nur Herzchen, wie er dampft. Ich brauche doch nichts mehr und du ganz sicher auch nicht. Was soll dann Tee? Keiner hier braucht irgendwas. Und schon gar keinen Tee! Ist das der Tod? Wenn man nur noch hat, was man nicht braucht? Herzchen lach nicht! Wir hatten auch eine kleine Schwimmhalle mit Gegenstromanlage. Wie ein Tier ist er in ihrem Rauschen dem Tod davon gekrault und zog mich Zug um Zug an ihn. Auch ich habe mit einem kleinen, gelben und sauteuren Auto so getan, als ob ich lebe. Nein, als ob ich Spass daran hätte. Dinge bringen Leid, das stimmt wirklich. Sie sollen die Risse flicken, die aus Abenden in einer Neubauküche Erinnerungen machen. Irgendwann ist nur noch Kitt. Jetzt ist das anders. Es gibt keine Trauer mehr über Verlorenes. Nun bin ich verloren. Und ganz bei mir. Im Nichts zu sein ist anders, als nichts zu leben.

Kosten wir den Tee! Es schmeckt nach Rosen oder Jasmin. Jasmin. Das Nichts gibt Zeichen, die eben keine sind. Wer nur lässt hier Tee auftauchen? Ist das ein Signal? Auch im Nichts stellt jemand die Tassen hin. Zeichen einer Macht? Was meinst du, Herzchen? Genauso viel und wenig wie ich hier bin, kann es eine Tasse auch sein, sagst du. Ach so. Das ist der offenste Raum von allen, da hat es auch Platz für alles, was Tassen einschliesst. Ich denke du hast Recht, mein schwerer Freund. Ein Jasminaufguss passt so gut ins Nichts wie ich. Nur wollte ich selbst hier her. Und die Tasse auch, sagst du, kaltes Herz. Das heisst aber, nicht ich bestimmte meine Reise. Oder ich bin nicht mehr als eine Tasse. Und beides ist wohl wahr, das wollte ich ja. Völlig ausser mir und ganz in mir zu gleich, bin ich jetzt die, die mir morgens im Spiegel davon lief und sich nachts den Dämonen überliess. In jeder Hinsicht.

Ja, er hat mich jede Nacht gefickt, der Tod. Und wie, sage ich dir Herzchen. Feuer hat er mir gemacht, wo nur noch warme Asche war. Flammen jede Nacht.
Irgendwann war ich froh, dass mein Mann mich vergessen hatte. Wir schenken uns den Versuch, die vergangene Lust, durch rhythmische Beschwörung immer vergangener zu machen. Slave of the rythm waren wir nicht. Und hatten ja auch zu tun. Er zauberte seine erstaunliche Karriere und ich schrieb meinen Doktor mit den Kindern auf dem Schoss, da blieben die Nächte ruhig. Seine. Besser so, als Turnübungen frisch geduscht eine Viertelstunde vor dem zur Seite drehen. Ein bisschen an den richtigen Schaltern fingern, das Nötige tun und jede empfängliche Stelle im Wissen um sie taub werden lassen. Kein Entdecken mehr, man kennt sich. Ich habe nicht zu klagen, er konnte mit meinem Körper umgehen. Eben. Er wusste mich zu behandeln, schliesslich war er Arzt.

Wenn das hier auch nur ein Transitort ist, ist es doch besser, als alles was war. Feuer können hier keine lodern, sollten es auch nicht müssen. Hier herrscht kaltes Erinnern an vergangene Körperlichkeit. Als ich nichts mehr wollte, kam ich diesem Reich hier immer näher. Als ich nichts mehr vermisste, war ich fast schon da. Als alle Lügen der Welt, geschmiedet in eine durch mein Leben schlugen, kam ich an.
Wer nichts vermisst, vermisst nur das Nichts.

Dienstag, 7. August 2007

Entschuldigung

Noch immer hindern mich (für einmal) schwerste technische probleme daran, das Stück hier einzustellen.

Donnerstag, 28. Juni 2007

Vorbemerkung

Ich nutze die einfache Verfügbarkeit der Blogs und stelle eines meiner Stücke hiermit öffentlich ins Netz. Die Rechte liegen selbstverständlich bei mir und keine wirkliche Begebenheit noch natürliche Person ist in ihm beschrieben. Ähnlichkeiten sind zufällig. Mir ist noch wichtig zu betonen, dass ich den "Totentanz" zeitgleich zum Herztransplantationsstück des Riminiprojektes in Zürich schrieb und nichts davon wusste. Wer das tatsächlich liest und dann auch noch mit seiner Theatergruppe aufführen möchte, der melde sich per E-mail bei mir. Ich betone nochmals, dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.